Tabitha - kreative Nähwerke   

  für Leib & Seele


> Um etwas zu lernen, muss man es tun, bevor man es kann. <

Agnes Anna Jarosch


Von der Idee bis zur Gründung -

die "Firmengeschichte"


Nähen - Auftrennen - von vorne - nee, nochmal ganz neu... Jeder, der eine Schneiderlehre gemacht hat, weiß, dass man es eben nur lernen kann, indem man es tut, bevor man es kann!

Und dann freut man sich um so mehr, wenn man endlich das Abschlußzeugnis bekommt und das Gefühl hat nun offiziell mit solidem Fachwissen ein eigenes Unternehmen zu betreiben.

Juhu! Endlich ist es so weit: Das Fernstudium Mode schneidern und gestalten ist mit dem 11.Oktober 2016 nun  abgeschlossen. Die Werkstatt ist eingerichtet und in Betrieb genommen und manche kreative Idee konnte schon in ein sichtbares Nähwerk umgesetzt werden.

Ich bin Sr. Carola Beermann, 54 Jahre, Franziskanerin, lebe in Nordhorn und bin die Gründerin der Initiative: 

Tabitha- kreative Nähwerke für Leib & Seele.

Ja, und seit der Idee, Verkündigung - Seelsorge - Pädagogik und Handwerk zu etwas ganz Neuem zu verknüpfen, bin ich nun nicht mehr "nur" Dipl. Sozialpädagogin, Prädikantin, Referentin, Autorin... Koordinatorin, Kollegin, Mieterin, Nachbarin...Tochter, Schwester, Freundin, Weggefährtin...  Luftschloss-Bauerin, Träume-Verwirklicherin, Zuhörerin, Beraterin, Trösterin... Erdbeer-Radfahrerin, Musikerin...(und wer weiß, was andere über mich sagen...)

Sondern? - Nähseelsorgerin. Ja, ich weiß, das klingt erstmal neu, aber ich bin nicht die erste christliche Nähseelsorgerin, denn...


Unsere Namensgeberin Tabitha


...Tabitha, so lesen wir in der Apostelgeschichte, war eine Jüngerin Jesu, die in der Hafenstadt Joppe am Mittelmeer lebte (heutiger Ortsteil Jaffa von Tel Aviv).Sie war für ihre Warmherzigkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft bekannt und nähte für die bedürtigen Frauen, meist junge Witwen mit ihren Kindern, Kleidung. "Sie tat viel gutes und gab reichlich Almosen." (Apostelgeschichte 9, Verse 36-41). Das Gemälde von Jeremy Winborg zeigt sie hier in Gedanken versunken beim Nähen. Was hat sie als Schneiderin mit diesen trauernden Frauen und Müttern wohl alles geteilt? Bei so mancher Stoffauswahl und Anprobe, stelle ich mir vor, wird sie der Lebensgeschichte der Frauen zugehört haben. Sie werden gemeinsam geweint und geschwiegen haben und über das Jahr der Trauer hinaus konnte man vielleicht auch beobachten, wie sich die Farbauswahl  der Stoffe bei den Frauen mit dem veränderten Gemütszustand auch verändert hat. Für mich ist Tabitha die erste Nähseelsorgerin, von der ich durch die Predigtvorbereitung gelesen habe. Ihr selbstverständlicher Einsatz für die, die in Not waren, mit den ihr eigenen Begabungen, wie nähen, trösten, DA-Sein und DA-Bleiben zu können, finde ich sehr beeindruckend und nachahmenswert.

Und so wurde sie zur Namensgeberin dieser Initiative.

Eine Idee auf dem Weg in die Zukunft


Von dieser biblischen Nähseelsorgerin angesteckt nahm auch das Tabitha - Kloster- Nähteam seine Motivation auf. Seit September 2015 treffen sich Frauen (Anne, Silvia, Marietje, Maria...Gisela, Friedel, Janette, Elisabeth, Kerstin...und Du?) einmal im Monat  im Ökumenischen Tagungs- und Gästehaus der Stiftung Kloster Frenswegen und nähen Produkte für soziale, seelsorgliche Projekte. Begonnen haben wir auf Initiative von Gisela (Danke für deinen Mut und deine Ausdauer und viel Glück in deiner neuen Heimat !) mit Kuscheldecken für Flüchtlingskinder, dann kam in Zusammenarbeit mit der Euregio-Klinik die erste Sternenkinderkollektion zustande, nun der Wunsch und die Umsetzung etwas für Schmetterlingskinder (Kinder, die ab der 29.SSW geboren sind und auf der Kinderintensivstation begleitet werden) zu entwerfen und individuelle Kuscheltiere für Kinder und Jugendliche im Hospiz und in der Trauerarbeit zu fertigen.- Dann nutzen wir die Begabungen im Patchwork und entwerfen Beschäftigungsdecken für Demenzerkrankte.- Im Projekt Vergissmeinnicht sollen Erinnerungsstücke für trauernde Angehörige aus den Kleidungsstücken ihrer Liebsten entstehen.

So gilt es auf dem Weg in die Zukunft achtsam zu bleiben, Produkte zu gestalten, die die einen fröhlich machen und die Lebenslust steigern und etwas zu fertigen, was die anderen tröstet und sie durch ihre Lebenssituation begleiten kann.

Und so entstehen hoffentlich noch viele kreative Nähwerke für Leib & Seele.


> Lasst uns endlich anfangen, haben wir doch noch nichts getan. <

Franz von Assisi