Tabitha - kreative Nähwerke   

  für Leib & Seele


> Kleidung ist die Haut der Seele. <

Guido Maria Kretschmer


Dieser Ausspruch von Guido Maria Kretschmer lässt erkennen, wie viel mehr Kleidung ist, als nur Schutz vor Kälte und Hitze, oder vor Verletzungen bei der täglichen Arbeit. Kleidung ist die erste Beziehung, die wir eingehen, wenn wir zu Welt kommen und in ein kuscheliges Einschlagtuch gehüllt werden. Sie gibt unserem Lebensgefühl und unserer sozialen Zugehörigkeit Ausdruck auf unserem Weg durch die Jahre und sollte uns auch einen würdigen Abschied aus diesem Erden-Leben bereiten.

Wir tragen Alltagskleidung - Berufskleidung - "Hoch-zeit(s)-Kleider" und Lieblingsstücke. 1000de Male im Leben wechseln wir unsere Kleidung, passen uns an und erfinden uns immer wieder neu.

Sollte das, was wir anziehen, womit wir uns umgeben, in das wir uns einkuscheln, da nicht optimal zu uns passen???


In unseren Nähprojekten geht es um diesen ganzheitlichen Ansatz von Leib & Seele, von Nähen & Seelsorge.

Wenn wir in unseren Projekten Kuscheldecken für Flüchtlingskinder, Verabschiedungskleidung für Sternenkinder,

Beschäftigungsdecken für Senioren, Schmetterlingskissen und Kuscheltiere für die Kinderhospiz und Trostengel für alle Lebenssituationen fertigen, dann wertschätzen wir zuerst einmal die Betroffen, versuchen herauszuhören, was passend wäre und stellen so kleine Nähwerke für Leib & Seele her.


Die Tabitha - Kloster - Nähwerkstatt

beginnt mit Kuscheldecken für Flüchtlingskinder...


Nun ist es schon einige Zeit her, seit wir uns das erste Mal im Kloster Frenswegen getroffen haben. Zuerst haben sich 4 Frauen bei Gisela privat getroffen, weil sie als Mütter mit den Flüchtlingskindern mitgefühlt haben, die verängstigt in einem fremden Land dann in großen Turnhallen in graue Rettungsdecken gehüllt sich an ihre Mamas kuschelten. - Kann doch nicht sein! Kinder brauchen doch fröhliche bunte Sachen, sollen sich doch willkommen wissen und ihre eigene Kuscheldecke bekommen, die sie dann auch nicht wieder abgeben müssen sondern die sie auf ihrem weitern Weg begleiten darf und so auch etwas Beständigkeit und Sicherheit vermittelt. - Also wurden aus Kinderstoffen und Fleecedecken fleißig Kuscheldecken für Flüchtlingskinder genäht. Unser erstes Projekt! Mein erster Kontakt zu einer Nähgruppe, die eine Koordinatorin suchte und einen regelmäßigen Termin und Ort, um sich auszutauschen, neue Frauen hinzuzugewinnen und so dran zu bleiben an der momentanen Not der Mitmenschen und mit der eigenen Begabung einen Beitrag zu leisten. Wie Tabitha aus der Bibel (lies mal unter der Rubrik über uns). - Und im April 2016 hatten wir dann tatsächlich unsere 100. Decke genäht! - Der Flüchtlingsstrom ging zurück, die Bitte des DRK Einsatzleiters uns aber weiter bereit zu halten, weil man ja nicht weiß, ob und wann und wie es weiter geht. - Ja und wir wollten uns ja gern weiter treffen, hatten uns mittlerweile ein Netzwerk geschaffen von Stoff- und Geldspendern, haben von der Stiftung Kloster Frenswegen den Raum zur Verfügung gestellt bekommen und konnten doch jetzt nicht einfach warten und nix tun... Also trafen wir uns weiter, einmal im Monat im Kloster, und schon fiel uns im Stoffladen durch einen Flyer ein neues seelsorgliches Nähprojekt in die Hand, die Sternenkinderkollektion. - Fazit: Die Tabitha-Kloster-Nähwerkstatt ist eine regelmäßige Möglichkeit, sich mit anderen zum Nähen zu treffen und sich für seelsorgliche Projekte zu engagieren. Herzlich willkommen! Schau doch einfach beim nächsten Treffen vorbei. - Ach ja, was noch zu sagen wäre: Wir setzen uns für regionale Projekte ein oder zu denen wir einen persönlichen Kontakt haben. So ist man bei der Entwicklung neuer Kollektionen ganz nah dran an den Bedürfnissen der Betroffenen und an den Erfahrungen der Einrichtungen und näht nicht nach eigenen Vorstellung oder Vorlieben ins Blaue hinein, was hinterher vielleicht gar nicht benutzt werden kann. Das wäre ja schade um Zeit und Material.- Außerdem ist es toll, regelmäßig Rückmeldungen zu bekommen und auch schnell reagieren zu können, wenn etwas dringend gebraucht wird. - So viel erstmal über das Team und die Beweggründe, die zu den Projekten führen. - Am Dienstag, den 25. Oktober 2016, haben wir erstmal unsern einjährigen Geburtstag gefeiert! Und das am ökumenischen Gedenktag von Tabitha und zu Beginn unserer Öffentlichkeitsarbeit durch diesen Internetauftritt. Wow und nun schreiben wir schon Anno Domini 2019! und nähen und nähen und nähen...

Sternenkinderkollektion

Das Entwerfen der Sternenkinderkollektion war innerhalb meiner Nähausbildung wohl das Spannenste und Anrührenste was ich bisher gemacht habe.- Denn seit dem sich 2013 das Personenstandsgesetz geändert hat, gelten Kinder unter 500g als eigenständige Menschen. Sie haben das Recht auf einen Namen und das Recht bestattet zu werden.Darunter fallen alle Fehl- und Totgeburten, die früher wenig Beachtung fanden und im besten Falls als tragisches Schicksal hingenommen wurden. Da es als etwas "medizinisches" betrachtet wurde, konnte auch keine Trauerarbeit statt finden und viele Frauen leiden noch heute darunter. - Dabei gehört jedes Menschlein, ob es 10 oder

30 cm groß ist und still geboren wurde zur Familie dazu. Es darf geliebt, beweint und liebevoll verabschiedet werden. Dazu gehört aber auch, das Entwickeln einer neuen Umgangskultur mit würdiger Verabschiedungskleidung und Ritualen zur Namensgebung und Aussegnung. Gott sei Dank hat sich

in den letzten Jahren da unheimlich viel bewegt. Es gibt unzählige Initiativen, die an den verschiedensten Orten Sternenkinderkleidung nähen und zur Verfügung stellen. Euch allen an dieser Stelle ein ganz dickes DANKE dafür.- Ich habe viele Schnittmuster zusammengetragen, Näherinnen besucht, mit betroffenen Sternenkindereltern gesprochen (Danke an Sabine und Christian mit Marieke im Herzen und Jonah fest an der Hand)...und mit Lisa, der Hebamme, die in der Euregio- Klinik arbeitet und aus Sicht ihres Umgangs mit so kleinen Menschen, konnte unsere regionale Kollektion für die kleinsten Sternchen von Größe XS (10 cm), S (17 cm), M (bis 25  cm Körperlänge) entstehen. Danke Lisa für alle Hilfe in der Vorbereitung der Kollektion und für die super Zusammenarbeit seit dem.- An dieser Stelle ein dickes DANKE an die Firma Glünz hier in Nordhorn, die diesen wunderbaren Herzensengelstoff herstellt, den wir in der festeren Gewebeart (Dekostoff) für die Verabschiedungsboote nutzen und in der weichen Baumwollart für die Einschlagtücher der so zarten Kinder. Die Bänder wurden extra gedruckt mit dem Spruch: Sternenkind - auf Erden geliebt, im Himmel zu Hause. Diese Worte drücken genau das aus, was Eltern in diesem schweren Moment empfinden, egal ob und zu welcher Religion sie gehören. Jedes Sternchen wird also in ein Einschlagtuch mit Kapuze gekleidet und in das Verabschiedungsboot gelegt. So können es die Eltern noch, so lange sie brauchen, liebevoll halten, betrachten, Erinnerungsfotos machen. Zur Bestattung bekommt das Sternchen ein kleines Kissen mit Herzensengel als Grabbeilage. Den Schnitt für das Boot (Danke an Frau Stoffschloss) haben wir auf Anregung des Bestatters für Sternenkinder (Danke an Hubert Brunotte aus Hildesheim) um mehrere Zentimeter in der Höhe verändert. So kann man es zunächst umkrempeln und der Größe des Kindes anpassen, bei der Bestattung im Gemeinschaftssarg kann aber dann jedes Boot oben für sich gut verschlossen werden und das Kind liegt für sich geborgen auf seiner letzten Reise zu den Sternen.

Als Erinnerung an das Sternchen bekommen Mutter, Vater, Geschwisterkinder...ein Herzensengelkissen mit Spruchband.Es ist groß genug, um es unter die Wange zu legen oder in der Hand zu halten, klein genug, um es in der Handtasche oder Hosentasche mit zu nehmen und durch das Schlaufenband kann es auch aufgehängt werden. Je nachdem, wie man es im Laufe des Trauerprozesses braucht und da alles aus dem selben Stoff ist, verbindet es mit dem Sternchen über die Bestattung hinaus.-

Die weißen Verabschiedungsboote, die du oben siehst, sind zur Aufbahrung von Sternenkindern gedacht für Aussegnungsfeiern und Abschiedsrituale. -

Wir wünschen allen Sternenkindereltern, dass sie mit Hilfe dieser Kollektion ihrem Kind einen würdigen Abschied gestalten können und selbst Trost und Halt finden.



Schmetterlingskinder


Im September 2016  erreichte uns wieder eine spannende Anfrage aus der Euregio-Klinik, an der wir gerade basteln.


Kinder, die als Frühchen oder mit gesundheitlichen Problemen zu Welt gekommen sind, werden auf der Kinderintensivstation betreut. Für manche Kinder ist diese Zeit auf der Intensivstation nur eine Zwischenzeit zum Ausruhen, zum Kraft sammeln, um sich auf ein anderes leichteres Leben ohne Schmerzen, ohne Krankheit vorzubereiten. Diese Kinder, die als Kleinste auf der Kinderintensiv sterben, nennen wir Schmetterlingskinder. Die Zeit der Verwandlung (wie die Verpuppung bei der Raupe zum Schmetterling) kann für das Kind und die Angehörigen lang und schwierig sein. -  Kinderkrankenschwester Nina wünscht sich deshalb eine Bettchenausstattung mit Nestchen und einer leichten Decke aus Schmetterlingsstoff und ein flaches Kissen in Schmetterlingsform, aus bunten Stoffen, das neben das Köpfchen des Kindes gelegt werden kann. Für Eltern und Geschwisterkinder, die oft lange am Bettchen des Kindes wachen, wäre es sicher schön auch ein Schmetterlingskissen in der Hand zum Knuddeln und Kuscheln zu haben und es dann auch mit nach Hause zu nehmen und so die Verbindung über den Krankenhausbesuch hinaus noch "sichtbarer und fühlbarer" halten zu können . - Schnittmuster für Schmetterlingskissen haben wir schon bei Bienenstich und Das Haus mit dem Rosensofa gefunden und möchten euch herzlich dafür danken.- Sobald wir die

ersten Nähergebnisse fotografiert haben, werdet Ihr sie hier zu sehen bekommen. Und Kinderkrankenschwester Nina wartet schon gespannt auf den Einsatz der Schmettterlingskissen und wird berichten, wie sie von Eltern und Geschwisterkindern angenommen werden.




Patchwork-Decken für Hand & Kopf oder

Erinnerungs- und Beschäftigungsdecken für Senioren mit und ohne Demenz

Hier ein Foto-Beispielbild von MissZuckerguss.


Diese Decken sind eine enorme Hilfe für Senioren sowohl im privaten Gebrauch als auch in den Pflegezentren. Man kann sie sich auf den Schoß legen und hat etwas, womit man seine ruhelosen Hände beschäftigen kann. Und durch das Einnähen von Knopfleisten aus alten Blusen oder Hemden, Gürtelschnallen oder Reißverschlüssen oder einem Feld mit Schnürbändern, kann man so die Alltagsfertigkeiten ganz nebenbei trainieren, ohne auf die Therapiestunde warten zu müssen.- Andere Felder der Decke

erinnern Demenzkranke wieder an etwas, z.B.der Frotteestoff mit dem Aufhänger vom Handtuch oder das schöne Nadelstreifenfeld vom Anzug, den man nur zu besonderen Anlässen trug. - Wir  fertigen Decken mit maximal  12 Feldern (je ca. 17 x17 cm im Zuschnitt), so dass später eine gut mitnehmbare Deckengröße (50 x 70 cm) entsteht. Die Hälfte der Felder sind Aktionsfelder, die anderen Stofferinnerungen. Maximal zwei Grundfarben pro Decke sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu unruhig und bunt wir

Die Decken können für bestimmte Personen angefertigt werden, die andere Möglichkeit ist auch, in der Seniorenarbeit, in Gesprächskreisen z. B. Themendecken einzusetzen . Man legt zum Beispiel eine Decke, die zum Thema Garten, Advent, Handwerk gefertigt wurde, in die Mitte des Tisches und kommt über die gemeinsame Entdeckung der einzelnen Felder ins Erinnerungsgespräch. - An dieser Stelle herzlichen Dank allen, die uns schon ihre Schätze mit Hosenträgerschnallen, Trachtenknöpfen, Jeanshosentaschen und Hemdkragen zum Upcycling zur Verfügung gestellt haben.





Weitere Projekte für Kinderhospiz und Kindertrauerarbeit sind in Planung. Und Du kannst ja immer mal wieder auf dieser Seite vorbei schauen. Danke für Dein Interesse und vielleicht hast Du ja selbst Lust bekommen, Dich zu engagieren oder kannst uns vielleicht noch einen neuen Projektauftrag zu kommen lassen, der zu unserer Ausrichtung passen würde. Wir sind gespannt!


Liebe Grüße vom Tabitha - Kloster - Nähteam.